Mamasein

Vorsätze über Bord!

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Ganz plötzlich und ohne Ankündigung wurden sie über die Reling ins Wasser geschleudert. Innert kürzester Zeit wurden sie von den hohen Wellen auf Nimmerwiedersehen verschluckt: Meine guten Vorsätze. Da schwammen sie dahin. Nicht einmal ein Rettungsring half.

Ursprünglich wusste ich genau, wie ich das einmal machen würde als Mama. Ganz klar malte ich mir meine Prinzipien im Kopf aus. Ich wollte sie durchziehen. Komme, was wolle. Das war, bevor unser Kind das Licht des Kreissaals erblickte.

Als die Kleine dann da war, plumpsten die Vorsätze ins kühle Nass. Da stehe ich also an der Reling und schaue ihnen nach. Wie war das gleich nochmal?

Die Sache mit dem Nachtschlaf

Mein Vorsatz: Mein Kind schläft nicht bei uns im Elternbett. Für Kinder gibt es Babybetten und Kinderzimmer.

Die Realität: Der «Das-Kind-schläft-nicht-in-unserem-Bett»-Vorsatz hielt fast ein Jahr. Dann gab es eine Zeit, da hatten wir unendlich lange, bis die Kleine in der Nacht wieder in den Schlaf fand. Kaum wollten wir sie in ihr eigenes Bettchen zurücklegen – BLING – öffnete sie ihre Augen und alles ging von vorne los. Meine Nerven hingen am seidenen Pyjama-Faden. Ich entschied mich, meine dunklen Augenringe auf ein Minimum zu reduzieren und nahm die Maus zu uns ins Bett. Wo sie auch stets friedlich schlummert.

Die Sache mit dem Mittagsschlaf

Mein Vorsatz: Auf den Mittagsschlaf meines Kindes nehme ich keine allzu grosse Rücksicht. Egal ob im Auto, im Kinderwagen oder sonst wo. Kinder können überall schlafen. Und sonst fällt der Mittagsschlaf halt auch mal aus. Da werde ich total flexibel sein.

Die Realität: Falsch gedacht. Der Mittagsschlaf von Mini ist mir so heilig wie Ostern und Weihnachen zusammen! Niemand darf ihn stören. Nicht mal der Pöstler. Auch nicht wenn er ein Päckchen von Stadtlandkind bringt… Nur sehr ungern verabrede ich mich um die Mittagszeit. Nur sehr ungern lasse ich den Mittagsschlaf ausfallen. Diesbezüglich bin ich die Inflexibilität und Bünzligkeit in Person geworden. Denn: Minis Mittagsnickerchen ist auch meine wohlverdiente Pause.

Die Sache mit dem Spielzeug

Mein Vorsatz: Mein Wohnzimmer ist kein Spielparadies. Spielzeug gehört ins Kinderzimmer und da soll es bleiben.

Die Realität: Die «gegen-Chaos-im-Wohnzimmer»-Vision hatte keine Durchsetzungskraft. Rutschauto, Duplo, Brio-Bahn, Holzklötze, Puppen, Puzzles und Co. Wie bei fast allen Familien pflastern sie auch unseren Wohnzimmerboden und verwandeln den Klötzliparkett in eine kunterbunte Spielwiese. Am Abend sieht’s aus, als hätten fünf Kindergeburtstage zusammen stattgefunden. Inklusive Tischbomben-Explosion und Smash the Cake-Sause. Und da wandert dann alles in den Spielzeugsack. Soviel Ordnung muss doch sein.

Die Sache mit dem Stillen

Mein Vorsatz: Stillen ist etwas Seltsames. Natur hin oder her. Ich werde nur kurz und schon gar nicht in der Öffentlichkeit stillen.

Die Realität: Der Anti-Still-Vorsatz verhielt sich genau diametral zum Wachstum meines Bauches in der Schwangerschaft. Der Bauch wuchs, der Vorsatz schwand. PFFFFF – wie ein Ballon, der Luft verliert. Egal ob Starbucks, Einkaufszentrum oder in der Badi: Stillen war für mich plötzlich das Natürlichste der Welt. Die Öffentlichkeit blendete ich erstaundlicherweise komplett aus, ich scheute die Blicke anderer Leute nicht. Und so stillten wir gar länger als die propagierten 6 Monate. Aber: Aller Anfang war auch für uns schwer.

Und? Wo habt ihr eure Prinzipien über Bord geworfen?

Beitragsbild: © iStock / azerberber

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4 Comments

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    Corinne
    19. Oktober 2016 at 20:34

    Bei mir ist das nicht anders gelaufen, nur die Anzahl der Vorsätze war noch grösser!!! Also zum Beispiel „meine Kinder essen was auf den Tisch kommt“, „meine Kinder werden nicht in dreckigen Kleidern rumlaufen und immer saubere Fingernägel haben“, „ich werde es mir nicht gefallen lassen, wenn meine Kids frech zu mir sind“ die Liste ist unendlich lang… Heute kann ich nur noch darüber lachen, dass ich vor dem Mama-sein so gar keine Ahnung hatte!

    • Isabelle
      Reply
      Isabelle
      20. Oktober 2016 at 19:26

      Ja, wenn ich es mir recht überlege, ist meine Liste eigentlich auch länger 😉 Und es kommen immer wieder neue Dinge hinzu…

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    Jasmine Brügger
    19. Oktober 2016 at 20:38

    Liebe Isabelle
    Das war wieder mal ein super Blog-Eintrag von Dir. Ich sehe mich in jedem Punkt (ausser das Stillen, da ich leider nicht stillen konnte 😢) 1:1.
    Was ich mir auch noch vorgenommen hatte, waren klare Regeln am Familientisch. Ist einmal zu Ende gegessen, wird auch nicht mehr Essen vom Teller stibitzt. Anfangs hats nicht schlecht geklappt, aber schon bald gehörte dieser Vorsatz der Ruhe zuliebe auch der Vergangenheit an…

    • Isabelle
      Reply
      Isabelle
      20. Oktober 2016 at 19:25

      Vielen Dank für deinen Kommentar, liebe Jasmine! Stimmt. Das mit dem Essen wäre auch ein Punkt, den ich noch hätte aufführen können!

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