Interviews

Mama & Macherin: Sara von Mammaconnect

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Sara ist Erfinderin. Und Mami. Und sie setzt sich für das Jobsharing ein. Wie sie mit ihren Mammaconnect-Pins einsame Mamas zusammenführt und den Stau am Gotthard zu einem etwas weniger mühsamen Unterfangen macht, erzählt sie uns heute in meinem «Mama & Macherin»-Interview.

Liebe Sara, du bist die Macherin von Mammaconnect. Auf deiner Website präsentierst du kreative Erfindungen für Mamas und Papas. Erzähl mal, wer bist du und was zeichnet dich aus?

Ich bin Sara Müller, Mami, Ehefrau, Architektin, Künstlerin, Senior Risk Managerin, Unternehmerin und begeisterungsfähige Optimistin. Und: Ich liebe es, kreative Erfindungen zu machen und damit Menschen in irgendeiner Art zu helfen. Mit meinem Mann und meiner Tochter, die bereits den Kindergarten besucht, lebe ich in Küsnacht. Als geborener Stadtmensch war der Umzug aufs Land ein riesen Schritt. Zuvor wohnte ich in Grossstädten wie Mailand, Paris und Amsterdam.

Mein Geist ist immer in Bewegung und gibt mir viele neue Ideen. Meine Tochter dagegen ähnelt eher meinem Mann, der gemütlich und ruhig ist und seine Ordnung haben muss. Als Familie ergänzen wir uns perfekt. Wenn meine vierjährige Tochter mir aber sagt, dass ich mein Pult aufräumen oder meine Schuhe gerade hinstellen soll, dann fühle ich mich ein bisschen bevormundet.

Was inspiriert dich?

Farben, Formen und Muster bringen mich dazu, neue Sachen zu kreieren. Wenn ich etwas Bestimmtes sehe, arbeitet mein Geist sofort auf Hochtouren. Dann suche ich nach Lösungen und starte ein neues Projekt. Aufgrund meiner letzten beiden Arbeitsstellen fiel mir beispielsweise der grosse Unterschied zwischen Teilzeitarbeit und Jobsharing auf.

Für viele Stellensuchende wäre Jobsharing DIE Lösung. Leider ist dieses Modell zu wenig bekannt. Deshalb ist es mein Ziel, das Jobsharing in der Schweizer Wirtschaft zu etablieren. So könnten Mamas Karriere machen und Papas trotz Führungsposition Zeit für die Familie haben. Mittlerweile biete ich in meinem Unternehmen verschiedene Dienstleistungen zum Thema Jobsharing an. Ausserdem schreibe ich einen Jobsharing-Ratgeber, den man im Handel oder beim Verlag kaufen kann.

Mini & Stil, Mama Blog Schweiz, Sara Müller, Mammaconnect, MompreneurMich interessiert der Mammaconnect-Pin (Bild oben)! Verrate mir bitte mehr darüber. Wie funktioniert das genau?

Vor der Geburt meiner Tochter war ich es als Businessfrau gewohnt, mich nach Uhrzeit und Agenda zu richten. Als frisch gebackene Mutter änderte sich dies schlagartig. Ich musste mich den neuen Gegebenheiten anpassen. Einhalten eines Zeitplans und pünktliches Erscheinen mit Baby und Kinderwagen gelang mir kaum. Und so kam es, dass ich regelmässig alleine am See entlang spazierte, während meine Freunde arbeiteten. Ich versuchte also, am See Kontakt mit anderen Mamas zu knüpfen.

Das ist aber gar nicht so einfach! Obwohl alle Mamas in derselben Situation sind, braucht es viel Mut, andere anzusprechen. Man möchte nicht stören. Dieselbe Situation im Café. Am Nebentisch sitzt allein eine andere Mama und trotzdem kommt man nicht ins Gespräch. Von anderen Müttern erfuhr ich, dass es ihnen genau gleich geht.

Also kreierte ich einen Pin, den man bei Bedarf am Kinderwagen befestigen oder im Café auf den Tisch legen kann. Sichtbar getragen, signalisiert er anderen Mamas: «Du darfst mich ansprechen, mit mir spazieren gehen, dich zu mir setzen etc.» Mit dem Mammaconnect-Pin möchte ich allen Müttern Kontaktmöglichkeiten bieten, damit Spaziergänge weniger einsam, Cafébesuche weniger trist und Tramhaltestellen weniger grau erscheinen.

Zurzeit sind schweizweit rund 4’500 Pins im Umlauf. Wirst du oft von anderen Mamas angesprochen?

Kurz nachdem ich den Pin am Kinderwagen montiert hatte, erblickte ich am See endlich eine Mama mit demselben Pin und rannte förmlich auf sie zu bin 🙂 Der Mammaconnect-Pin ist ideal, wenn das Kind zwischen einem Tag und ca. vier Jahre alt ist. Also für die Anfangszeit, wenn man von der Businessfrau zur Mama wird. Danach besuchen die Kinder den Kindergarten oder spielen im Sandkasten, was die Kontaktaufnahme viel einfacher macht. Jetzt wo meine Tochter vier Jahre alt ist, benötige ich den Pin nicht mehr.

Hast du durch die Pins neue Freundschaften mit anderen Mamas geknüpft?

Ja, das habe ich wirklich. Durch die Pins machte ich lustige Erfahrungen und erlebte sehr schöne Zeiten. Es gibt in unserer Umgebung viele einsame Mamas und es war toll, einige von ihnen zu treffen! Ich bekam und bekomme immer noch viele Mails von Mamis, die sich in derselben Situation befinden. Sogar aus Berlin schrieb eine Mama und kaufte einen Pin, obwohl dort noch keine Pins im Umlauf sind.

Mini & Stil, Mama Blog Schweiz, Sara Müller, Mammaconnect, MompreneurDeine neuste Erfindung ist die Pipiflasche (Bild oben). Was hat es damit auf sich?

Wer kennt’s nicht? Man steht im Stau am Gotthard und muss mal ganz dringend. Die Männer benutzen einfach mal den Pannenstreifen. Bei den Kindern wird’s schwieriger. Während dem «Stop and Go» auspacken, auf den Pannenstreifen gehen, dann wieder rein ins Auto und anschnallen lohnt sich einfach nicht. Abgesehen davon, ist der Pannenstreifen auch für Frauen absolut ungeeignet. Ich suchte also nach praktikablen Lösungen und stiess auf diverse Pipiflaschen. Zusammen mit meiner Tochter testete ich diese nach Brauchbarkeit, Design und Kinderfreundlichkeit. Bald gab es einen Testsieger. Und diesen verkaufe ich nun!

Damit alles seine Ordnung hat, kommt die Pipiflasche zusammen mit einer praktischen Tasche in Rot oder Blau. Die Kinder-Pipiflasche hat einen besonderen Deckel, der vor jedem Gebrauch durch das Kind ausgewählt werden kann. Ob Ente, Krokodil oder Bär – Spass muss eben auch beim Pipi machen sein! Vor Gebrauch muss man die Flasche nur noch biegen, die Höhe verstellen und fertig ist die „mobile Toilette“ für unterwegs.

In deinem Guide «Indoor Aktivitäten für Kleinkinder» führst du Orte auf, die bei schlechtem Wetter für Spass und Unterhaltung bei den Minis sorgen. Wohin gehst du mit deiner Tochter am liebsten im Winter, wenn es draussen kalt und unfreundlich ist?

Man findet uns im Schwimmbad Fohrbach bei der grossen Rutsche, im Tram beim Bestaunen von vorbeifahrenden Dingen oder zu Hause beim Basteln und Malen.

Hast du Tipps für Mamas, die auch gern „ihr eigenes Ding“ machen würden?

Ja klar! Sobald die Idee steht, einfach umsetzen. Die meisten Mamas haben super Ideen, führen sie aber einfach nicht aus.

Mini & Stil, Mama Blog Schweiz, Sara Müller, Mammaconnect, MompreneurBilder: © Mammaconnect (zVg) / Mini & Stil

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