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Mama & Macherin: Hebamme Katrin

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Katrin ist selbständige Hebamme und plaudert in meinem neusten Mama & Macherin Interview ein bisschen aus dem Nähkästchen. Wie ist es denn eigentlich, als Hebamme selber zu gebären? Und wie verhalten sich unsere lieben Männer im Gebärsaal? Das wollte ich schon lange einmal wissen! Aber lest selbst…

Liebe Katrin, du bist selbständige Hebamme und betreust Mamas im Wochenbett zuhause. Erzähl doch mal, wer bist du, woher kommst du und wohin gehst du?

Ich bin 39 Jahre alt, komme ursprünglich aus Deutschland und lebe seit 16 Jahren im schönen Zürich. Rund 11 Jahre habe ich im Spital gearbeitet. Seit 2009 bin ich selbständige Hebamme und damit mein eigener Chef. Meinen Mann habe ich am Zürifäscht kennengelernt. Seit rund einem Jahr sind wir stolze Eltern von Klara.

Meinen Beruf selbständig ausüben zu können, macht mich sehr glücklich. Für die Zukunft könnte ich mir allerdings auch eine Lehrtätigkeit an der ZHAW vorstellen.

Was liebst du an deiner Arbeit ganz besonders?

Ich liebe die grosse Flexibilität sowie die Bandbreite an Menschen, denen ich in meinem Beruf begegne. Es haben sich auch schon einige sehr schöne Freundschaften entwickelt. Ganz besonders gefallen mir Momente, in denen man spürt, dass aus einem Paar eine Familie wird und der Zauber des Neuen über allem liegt… Wenn ein kleines Menschlein neu in der Familie ankommt und herzlich empfangen wird, ist das immer wieder etwas Spezielles!

Ab und zu begleitest du auch Geburten. Erinnerst du dich noch an deine erste Geburt als Hebamme? Was war das für ein Gefühl?

Oh ja. An meine erste Geburt als diplomierte Hebamme erinnere ich mich sehr gut. Alles war turbulent! Die Frau stand einfach vor der Türe, ihr Arzt war unerreichbar und die Herztöne des Babys liessen zu wünschen übrig. Ich kam regelrecht ins Schwitzen. Und zu allem Überfluss verstand die werdende Mama weder deutsch noch englisch.

Schlussendlich kam das Baby sehr schnell, der Arzt war auch gerade noch rechtzeitig vor Ort und die Familie überglücklich. Mit meinen zarten 23 Jährchen war ich sehr stolz, alles gemanaged zu haben.

Sind Männer im Geburtszimmer eigentlich eine Hilfe oder eine Last?

Männer im Gebärsaal sind so eine Sache. Die meisten kann man eigentlich recht gut gebrauchen. Sie helfen und unterstützen ihre Frauen, wo sie nur können. Allerdings gibt es auch die masslos überforderten Exemplare. Die klingeln dann ständig und wollen dir sagen, was du tun sollst. Das ist dann eher schwierig. Auf eine Art aber auch verständlich, denn eine Geburt ist ja auch immer eine Ausnahmesituation. Dann gibt es noch die Teilnahmslosen, die ernsthaft am Laptop arbeiten oder eine Zeitung lesen! Sie schauen nur ab und an auf, wenn die Frau lautstark eine Wehe veratmet und fragen dann: «Schatz gaaaht’s?». Das finde ich dann – na ja – nicht sehr förderlich…

Mini & Stil, Mama Blog Schweiz, Familien Blog, Baby Blog, Mama & Macherin, Mompreneur, Hebamme, Katrin RechsteinerDu bist selber erst kürzlich Mama geworden. Gebärt man als Hebamme bewusster, weil man über dieses spezielle Ereignis so gut Bescheid weiss?

Gebären ist für die meisten Hebammen schwierig. Auch für mich persönlich war es nicht einfach. Ich habe schon so viel gesehen und erlebt, sodass mein Kopf nicht wirklich frei war. Meine Geburt war lang, mit Höhen und Tiefen. Sie hat mich als Mensch, Mama und Hebamme stärker gemacht und tief berührt. Nach diesem Erlebnis habe ich grössten Respekt vor allen Frauen – jetzt noch mehr als vorher.

Eine Geburt, ein Kind ist einfach ein Wunder! Auch Monate nach der Geburt schaue ich manchmal meine Tochter an und muss fast weinen über so viel Glück und Liebe. Natürlich ist man aber auch müde und kaputt durch den zehrenden Schlafmangel. Ich will hier nichts rosarot malen. Auch ich habe meine Krisen, wie alle anderen Mamas auch…

Verrate uns eine Eigenschaft, die du als Mama gelernt bzw. neu erworben hast.

Eine Eigenschaft, die man definitiv vertieft, ist Selbstlosigkeit… Ich brauche auch gar nicht mehr so viel für mich. Und es fällt mir nicht mal so schwer.

Wie bringst du Mamasein und Selbständigkeit unter einen Hut? Wo liegen, für dich persönlich, die Herausforderungen?

Die Herausforderungen liegen für mich darin, meinem Beruf gerecht zu werden, die Frauen gut zu betreuen und gleichzeitig auch genug Zeit für meine Tochter zu haben. Im Moment habe ich eine tolle Tagesmutter, die es mir ermöglicht, beides ganz gut zu managen. Natürlich unterstützt mich auch mein Mann. Er ist einen Tag die Woche zuhause und auch am Wochenende ist er für die Kleine da.

Wenn meine Tochter krank ist, müssen wir alles umorganisieren und der Alltag steht Kopf. Aber da geht es ja allen Eltern gleich. Zum Glück zeigen meine Kundinnen dafür Verständnis.

Hast du Tipps für Mamas, die auch gern „ihr eigenes Ding“ machen würden?

Mamas, die ihr eigenes Ding durchziehen möchten, finde ich super. Ich kann alle nur dazu ermutigen! Denn schlussendlich ist man zufriedener. Was ihr braucht ist ein gutes Netzwerk und einen verständnisvollen Partner. Dann kann es klappen.

Möchtest du Katrin als Hebamme buchen? Hier geht’s lang.

Mini & Stil, Mama Blog Schweiz, Familien Blog, Baby Blog, Mama & Macherin, Mompreneur, Hebamme, Katrin RechsteinerBilder: © iStock / Astakhova / Katrin Rechsteiner

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